Unternehmenskultur

Wie wir zu einem der begehrtesten Arbeitgeber der Region wurden

16. Juli 2019 · Sascha Böhr

Employer Branding ist aktuell ein Fokusthema vieler Unternehmen. Ich erzähle euch, wie wir bei 247GRAD an das Thema rangegangen sind.

Der Titel hört sich vielleicht erstmal angeberisch an, aber tatsächlich bin ich manchmal selbst überrascht, wer uns alles kennt. Die Agentur gibt es seit 2010 und zu Beginn ging es in unserer Kommunikation vorrangig um Projekte, Kunden-Erfolgsstories und unsere Leistungen. Das hat sich zunehmend dahin verschoben, dass auch unser Agenturleben gezeigt wurde. Als Geschäftsführer schraubt man jeden Tag so gut es geht an der Verbesserung der Unternehmenskultur, warum also nicht zeigen was diese ausmacht?

Erste Frage: Was geht besser?

Die Herangehensweise war: Erst schauen, was wir an der Qualität des Arbeitsplatzes bei 247GRAD verbessern können. Bei einer Ist-Analyse fiel schnell auf, dass einiges schon richtig gut läuft, weil fähige Mitarbeiter schon mitgeholfen haben, eine Kultur entstehen zu lassen. Dann haben wir überlegt: Was nervt? Worüber wird sich beschwert? Und dann ging es darum, diese Punkte anzupacken und zu verbessern.

Werte definieren

Gleichzeitig wollten wir festhalten, was das Einzigartige an unserem Unternehmen ist. Dazu haben wir Werte aufgeschrieben. Die Unternehmenswerte sind Eigenschaften, die für uns wertvoll sind und unser Handeln bestimmen. Diese sind keine Wunschvorstellungen, sondern werden tatsächlich gelebt und daher aus den (subjektiven) Wahrnehmungen unserer bestehenden Unternehmenskultur extrahiert. Jeder Mitarbeiter soll diese Werte kennen, deshalb hängen sie auch nochmal gerahmt im Flur, dort wo jeder mehrmals am Tag entlangläuft. Wichtig sind die Werte für die Handlungsorientierung, die Verhaltensmaßstäbe und als Entscheidungsgrundlage. Dabei sind sie nicht für alle Zeiten festgelegt, sondern durchaus veränderbar.

Es ernst meinen

Was wir nicht wollten: Krampfhaft Posts mit schönen Fotos unserer glücklichen Mitarbeiter auf der Facebook-Fanpage veröffentlichen. Viel mehr wollten und wollen wir dahin, dass möglichst unsere Mitarbeiter selbst gut von ihrem Arbeitgeber sprechen. Klar kann man mal ein Bild von einem coolen Teamevent posten, glaubwürdiger und auch ehrlicher ist es aber, wenn jemand der dabei war, es selbst postet oder auch einfach nur jemand anderem davon erzählt.

Auch organisatorisch hat sich etwas verändert. So wurden die jährlichen Mitarbeitergespräche einheitlich strukturiert, regelmäßigere interne Fortbildungen geplant und sinnvollere Jobtitel erarbeitet.

Miarbeiter sprechen lassen

Auch unsere Jobausschreibungen haben wir angefasst. Dort wird jetzt noch mehr beschrieben, was wir dafür tun, damit 247GRAD ein aus unserer Sicht guter Arbeitgeber ist. Früher gab es zwar auch schon das Gesicht eines Ansprechpartners zu sehen, jetzt neu arbeiten wir dort aber vor allem mit Videos, wo eine Kolleg*in einfach erzählt, was wir suchen. Kommt dadurch tatsächlich noch besser rüber. Schaut es euch an, das ist Claudia, unserer Head of Performance Marketing. Der Dreh des Videos hat nur ein paar Minuten gedauert.

Verbundenheit mit der Region

Noch etwas: Wir sind Koblenzer. Die allermeisten unserer Mitarbeiter sind hier oder in der näheren Umgebung zuhause. Deshalb wollten wir der Region etwas zurückgeben und haben zusammen mit der Handwerkskammer Koblenz das Barcamp Koblenz ins Leben gerufen. Unser Event ist ein offener Treff von digitalinteressierten Menschen aus allen Bereichen, jeder kann dort sein Thema mitbringen. Das hat sich mittlerweile fest etabliert und wir haben dieses Jahr das fünfte Jubiläum gefeiert mit ca. 200 Teilnehmern. Dabei haben wir auch andere Partner mitgenommen, die als Sponsoren mit dabei sind. Dieses Ablegen des Konkurrenzdenkens war aus meiner Sicht die richtige Entscheidung. Am Ende geht es allen Unternehmen hier darum, den Attraktivität der Region Koblenz hervorzuheben. Es ist schön, dass wir unseren kleinen Beitrag zur Vernetzung der Digitalszene dazugeben können und das wird auch wahrgenommen.

Fazit: Alles hängt zusammen

Employer Branding ist keine Imagekampagne, sondern das Ergebnis aus tatsächlich unternommenen Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitsplatzqualität. Das macht sich dann zuerst intern und danach in der Öffentlichkeit bemerkbar. Ich kann euch nur ermuntern, nicht ins Blaue hineinzuraten, sondern das was schon da ist, als Basis zu akzeptieren und weiterzuentwickeln. Es geht nicht darum, alles umzuwerfen und Methoden von woanders überzustülpen, sondern einen Weg zu finden, der für das eigene Unternehmen funktioniert. Nutzt das Feedback der eigenen Mitarbeiter und nehmt es ernst!

Sascha Böhr
Über mich

Sascha Böhr

Gründer und CEO von 247GRAD und dirico.io. In diesem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen aus den Bereichen Unternehmertum, Geschäftsmodelle, Social Media Marketing, Digitale Trends und Vertrieb.

Meine Unternehmen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Jeden neuen Beitrag direkt lesen.

Abonnieren Sie meinen Newsletter und profitieren Sie von Informationen und Erfahrungsberichten aus den Bereichen Unternehmertum, Geschäftsmodelle, Social Media Marketing, Digitale Trends und Vertrieb.
Ungefähr eine E-Mail pro Monat, kein Unfug, versprochen!